H2, H3, H4. Viele Menschen orientieren sich beim Matratzenkauf fast ausschliesslich am Härtegrad. Das Problem. Diese Angaben sind nicht genormt. Ein H3 bei Hersteller A kann sich völlig anders anfühlen als ein H3 bei Hersteller B.
In diesem Beitrag erklären wir, was Härtegrade wirklich aussagen, wo ihre Grenzen liegen und wie Sie den passenden Härtegrad für Ihren Körper finden.
Was bedeutet der Härtegrad überhaupt?
Der Härtegrad beschreibt, wie stark eine Matratze dem Körper Widerstand entgegensetzt. Er sagt jedoch nichts über Druckentlastung, Zonenaufbau oder Materialqualität aus.
Das ist entscheidend. Eine Matratze kann hart sein und trotzdem schlecht stützen. Oder weich wirken und dennoch ergonomisch korrekt unterstützen.
Übliche Härtegrade im Überblick
- H2: Für leichtere Personen, oft bis ca. 80 kg
- H3: Für mittleres Körpergewicht, ca. 80 bis 100 kg
- H4: Für höheres Körpergewicht, ab ca. 100 kg
Diese Werte sind Richtlinien, keine festen Regeln. Schlafposition, Körperbau und persönliche Vorlieben spielen eine ebenso grosse Rolle.
Warum Härtegrade oft in die Irre führen
- Keine einheitliche Norm zwischen Herstellern
- Unterschiedliche Materialien reagieren verschieden auf Gewicht
- Härte sagt nichts über Schulter- oder Hüftentlastung aus
- Viele Menschen kaufen vorsorglich zu hart
Besonders Seitenschläfer liegen häufig auf zu harten Matratzen und wundern sich über Schulterdruck.
Was wichtiger ist als der Härtegrad
- Stützkraft im Beckenbereich
- Punktelastizität an Schulter und Hüfte
- Materialqualität des Kerns
- Zusammenspiel mit Schlafposition
Der richtige Härtegrad ergibt sich aus diesen Faktoren, nicht aus einer Zahl auf dem Etikett.
Empfehlung für die Praxis
Orientieren Sie sich zuerst an Körpergewicht und Schlafposition. Nutzen Sie den Härtegrad nur als grobe Vorauswahl. Entscheidend ist das Liegegefühl in Ihrer bevorzugten Schlafposition.
Neutrale Fachinfo
Grundlagen zu ergonomischer Lagerung und Schlafkomfort finden Sie beim Zentrum für Schlafmedizin der Universität Basel.
Fazit
Härtegrade sind kein Qualitätsmerkmal. Sie sind eine Orientierungshilfe, mehr nicht. Entscheidend ist, wie gut die Matratze Ihren Körper stützt und entlastet. Wer nur nach H2 oder H3 kauft, trifft oft die falsche Wahl.


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